Heimat:Fest

Auftakt: 12.03. Donnerstag 18.00 – 22.00 Uhr

19:00 Uhr Empfang 
Der grassierenden Grippe in Süddeutschland fiel unser Festredner Michael Peter Hehl zum Opfer.Wir wünschen gute Besserung. Nun haben wir das Glück einleitende Worte und Bemerkungen von Olaf Reifegerste hören zu dürfen.
Olaf Reifegerste ist in Berlin geboren …
und studierte dort Theaterwissenschaft, Publizistik und Germanistik. Jahrelang arbeitete er an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, vorwiegend als Dramaturg. In der Spielzeit 1993/1994 kam er als stellvertretender Theaterleiter nach Duisburg und war zuletzt von 2008 bis 2012 im städtischen Kulturdezernat Koordinator der Duisburger Akzente. Nach seinem beruflichen Ausscheiden bei der Stadt moderierte er bis Ende 2013 den von ihm im Kulturhauptstadtjahr gegründeten Kreativkreis Ruhrort. Heute arbeitet er teils journalistisch, teils an verschiedenen Theaterprojekten.
20:30 Uhr  „ICH, ICH UND ICH“- Performance
Marion Leyh, Urs Peter Schneider und Philippe Micol
Umgeben von Ruth Bambergs Medien-Fenstern, in denen wir eins mit den Blick aus dem Inneren einer Reihe von Menschen werden, …
„ICH, ICH UND ICH“ Performance mit Marion Leyh, Urs Peter Schneider und Philippe Micol. Umgeben von Ruth Bambergs grossen Medien-Fenstern, in denen wir eins mit den Blick aus dem Inneren einer Reihe von Menschen werden, finden in der über eine Stunde kurzen Performance von Marion Leyh, Urs Peter Schneider und Philippe Micol Äusserungen von Spuren dreier Ich’s statt, wie sie über Jahrzehnte der Suche und hingebungsvoller Arbeit und Bei-Sich-Seins Gestalt angenommen haben. Philippe Micol spielt siebzig Minuten frei und unbeeinflusst auf seinen Blasinstrumenten, Schneider rezitiert aus seinem umfangreichen „Ichbuch“, das Notate aus den Jahren 1960 bis 1999 vereint, die letzten 350 Sätze. Marion Leyh performt sieben Interventionen in Auseinandersetzung mit dem Überthema Heimat.

Marion Leyh ist Erzieherin, Theaterpädagogin, Bühnenbildnerin, Raumgestalterin und Performerin. Seit 1982 zahlreiche Projekte im Performancebereich, mit KünstlerInnen verschiedener Sparten sowie selbstverantwortete Projekte in Deutschland, Frankreich, Italien und in der Schweiz. Sie lebt in Biel und ist Lehrbeauftragte an der „Schule für Gestaltung Bern und Biel“, 2011 Gründung ihrer Gruppe „Extrakt“.

Philippe Micol ist Saxofonist und Klarinettist, als Improvisator tritt er mit namhaften Vertretern des Genres auf, als Komponist arbeitet er immer wieder an „Improvisationsstudien“. Er lebt in Duisburg, sein Wirken als Lehrer und konzertierender Musiker geniesst internationales Ansehen. Arbeitet aktuell mit Claus van Bebber, im Netzwerk Soundtrips NRW, mit Friedhelm Pottel und dem Troja-Quartett.

Urs Peter Schneider ist Pianist, bis 2002 Hochschulprofessor für theoretische und praktische Disziplinen, als Komponist und Interpret multipler Preisträger, in letzter Zeit auch als Schriftsteller und Sprachperformer bekannt. Er lebt in Biel und leitet, neben anderen Gruppenprojekten, seit über vierzig Jahren das „Ensemble Neue Horizonte Bern“. Urs Peter Schneider und Philippe Micol spielen seit den siebziger Jahren zusammen und widmen sich vor allem den Zonen zwischen improvisierter und komponierter Musik. 1987 gewannen sie den Wettbewerb „Musik in Grenzbereichen“ des Migros-Genossenschaftsbundes vor über hundert weiteren TeilnehmerInnen. Mit Marion Leyh teilen sie diese besondere Art von Vertrauen ineinander, die es ihren drei eigenständigen Beiträgen ermöglicht, sich ganz passgenau ergänzend zusammenzuwirken.

Lucille Dautriche – „festin quotidien“ – 12.3. – 20.3
Lucille Dautriche, geboren 1984 in Caen/Normandie, …
bezeichnet sich selbst als Plastikerin. Sie lebt und arbeitet in Nordfrankreich. 2007 machte sie einen Abschluss in freier Kunst an der Kunsthochschule von Tourcoing. Sie arbeitet gleichermaßen mit der Fotografie, der Videotechnik, der Performance und der Zeichnung, ohne eines dieser Medien den anderen überzuordnen. In Ihren Performances zeigt sie mögliche Verknüpfungen zwischen Körper und Sprache, Gymnastik wird zu dichterischer Tätigkeit. In ihren Fotos und Videoarbeiten erforscht sie die Beziehungen des Menschen zur Natur und den essbaren Dingen. Die Künstlerin sieht sich als Forscherin, die erkunden will, was uns täglich nährt : Wörter, Landschaften, die Nahrung. In Rahmen der Ausstellung Heimat:Herzstück von Ruth Bamberg in Duisburg stellt sie „Festin Quotidien“ (tägliches Festmahl) vor, ein an die Form der Diashow anknüpfendes Video, das sich aus dutzenden Fotos von Nahrungsmitteln und anderen Spuren unserer Erfahrungen mit Ernährung zusammensetzt. Dabei verwandelt sie Gewöhnliches in außergewöhnliche Rituale.
Uwe Solbach – Malerei – 12.3 – 20.3
… Die schmucklosen Häuserzeilen und nüchternen Industrieanlagen mit den meist qualmenden Schornsteinen sind mit großer Liebe zum Detail ins Bild gesetzt. …
Uwe Solbach, 1943 in Cottbus geboren und in Bremen aufgewachsen, lebt in Oberhausen und war von Beruf Schiffsmakler. Seit 1968 befasst er sich intensiv mit der Malerei. Bevorzugte Motive seiner Bilder sind Industrielandschaften und maritime Darstellungen. Die schmucklosen Häuserzeilen und nüchternen Industrieanlagen mit den meist qualmenden Schornsteinen sind mit großer Liebe zum Detail ins Bild gesetzt. Hinzu malt Solbach Straßen mit Bahnübergängen und Schranken, Unterführungen, gelegentlich Straßenbahnen und Autos, alles in distanzierter Sachlichkeit, wirklichkeitsnah und doch letztlich nicht so, wie man die Motive im wirklichen Leben wahrnimmt. Zu glatt und ebenmäßig,zu aufgeräumt erscheinen die Straßen- szenen und Industrieanlagen,so als ob alles Lebendige, alles Atmosphärische nur stören würde. Die überscharfe Zeichnung und die klare Beschreibung der Gegenstände bringen Unverrückbarkeit und Ruhe ins Bild. Dazu passt die Glätte der Maloberfläche, die keine Pinselschrift erkennen lässt, keine persönliche Note ins Spiel bringt und die emotionslose Sicht der Dinge unterstreicht. Diese leicht entrückte Wirklichkeit hat ihre Vorgänger in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, in der Malerei der “Neuen Sachlichkeit” oder des “Magischen Realismus”.

Heimat:Fest Freitag 13.03. 19.00 – 23.00 Uhr

HEIMAT(K)LANG
Ein Konzert von langer Dauer mit frei improvisierter Musik. Mit den Gästen: Stefan Keune, Saxophone; Joachim Zoepf, Bassklarinette; Claus van Bebber, Schallplatten; Carl Ludwig Hübsch, Tuba; Friedhelm Pottel, e-Gitarre; Ute Völker, Akkordeon; u.a.
wir - ich, du und du, zuhause - authentisch - auf Augenhöhe, jetzt - hier - verantwortlich - frei
An diesem Abend spielen fünfzehn, zwanzig, dreissig von nah und fern kommende Musikerinnen und Musiker. Sie bilden einen Pool, aus dem heraus vier Stunden lang ein nicht abbrechender Fluss von verschiedenen Besetzungen den ehemaligen Kirchenraum des Gemeindehauses für sich einnehmen wird. Alle denkbaren Formationen werden ihn mit ihren Klängen füllen bevor sie ihn wieder verlassen und neuen Gruppierungen den Platz übergeben.

Eine Besetzung beginnt, spielt eine Weile, dann gehen Spieler von der Bühne, andere bleiben, andere kommen hinzu, gehen auf das, was sie vorfinden ein, spielen wieder eine Weile und das geht immer so weiter ohne grössere Pausen ausser die aus der Musik heraus sich ergebenden.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer haben sowohl die Möglichkeit, während des Konzertes hereinzukommen und zu verweilen, wie auch die, zwischendurch hinauszugehen, eine Pause einzulegen, sich zu verpflegen und auszutauschen und danach wiederzukommen und weiter Zeuge des Geschehens zu sein.

Die lange Dauer und die Fülle der Beziehungsformen in denen die beteiligten Musikerinnen und Musiker auftreten erlauben einen aufschlussreichen Blick auf sie, machen es möglich sie intensiv wahrzunehmen und kennenzulernen und zu erleben, wie sie alleine, wie sie in kleineren und grösseren Ensembles agieren, wie vielfältig die entstehende Musik sein kann und wie sie sich entsprechend der Konstellation der Spielenden gestaltet.

Improvisierte Musik entsteht im Augenblick. Die Trennung von Interpret und Komponist ist hierbei aufgehoben. Dem Publikum präsentiert sich ein Ereignis, welches durch den Moment der Schöpfung eine besondere Energie ausstrahlt. MusikerInnen verschiedenster Herkunft treffen sich in der direkten Kommunikation und entwickeln gemeinsam die erklingende Musik.

In der frei improvisierten Musik ist das Improvisationsprinzip in seiner allgemeinsten Form vorhanden. Sie arbeitet ohne vorgefertigtes Material. Nehme einen beliebigen Klangerzeuger, spiele damit, erzeuge musikalischen Sinn. Alles Notwendige wird im Augenblick des Spiels gesetzt: Focus, Klangmittel, Rhythmus, Entwicklung. Ständige Metamorphose, stetige Wandlung tritt auf den Plan. Frei improvisieren lässt bei Null anfangen und öffnet einen Gestaltungsraum zu seiner Erforschung mittels freier Entscheidungen. Das Zusammenwirken mehrerer gleichberechtigter und veranwortlicher Akteure ist ein wesentliches Merkmal, das eine von niemandem allein kontrollierbare Situation erzeugt, die herausfordert und für Unerwartetes sorgt. Die entstehende Musik ist nicht wiederholbar. Es wird nichts aufgeschrieben.

Frei Improvisierte Musik nimmt eine ureigene Position in der Musiklandschaft ein, denn sie setzt auf die Begegnung mit dem Entstehenden, dem Noch- nicht-Vorhandenen, dem Unerwarteten und tut damit auf der kulturellen Ebene etwas gegen den Stillstand in der Wiederholung des stets Ähnlichen oder gar Gleichen.

Heimat:Fest Samstag 14.03. 14.00 – 18.00 Uhr

14:30 Uhr „Ruth macht Schnittchen“
Einladung zum Samstagsnachmittag im Gemeindehaus
16:00 Uhr „Zuhaus´ auf der Insel“
Aspekte zum Heimatgefühl in Ruhrort von (Dr.) Berhard Weber – mit Migrationshintergrund
Mit begleitenden musikalischen Festbeiträgen vom Duo Trojasprossen das für den bestimmten blumigen und betörend groovenden Jazz-Sound sorgen wird, der die Magensäfte anregt und das Herz heimatbildend höher schlagen lässt.
Friedhelm Pottel begann als Teenager Elektrische Gitarre zu spielen, trotz des Musikunterrichts in der Schule! Dort lernte er zwar Noten lesen, empfand den üblichen Umgang mit Musik jedoch zum Abgewöhnen. In jener Zeit, Anfang bis Mitte der 70er Jahre, war die Musikszene für kurze Zeit prall gefüllt. Beeindruckt von den Improvisationen von Bands wie Jimmy Hendrix, Cream oder Ten Years After, lernte er zunächst Blues zu spielen. Erste Auftritte folgten. Bald ergaben sich Möglichkeiten, mit US- Bluesgrößen zu spielen, darunter Musiker wie Lurry Bell, Carey Bell oder Katie Webster. Clubs, Kneipen, Festivals. Die Essenz jener Zeit fasst Pottel so zusammen: „Die Bluestypen hatten nie eine Setlist, klärten die Tonarten nicht und erst recht gab es keine Proben. Alles musste auf Anhieb stehen, auch wenn ein Radiosender alles aufnahm. Wir mussten einfach zuhören und loslegen! Das alles war musikalisch extrem gefährlich, aber auch sehr prickelnd. Eine wichtige Schule, um Musik aus dem Moment schöpfen zu können.“ Pottel suchte später andere Vulkane zum Tanzen: es folgte die Hinwendung zu Stilen, wie Jazz und Funk (u.a. mit Ecole du Funk) oder die Mitwirkung auf den Produktionen befreundeter Musiker. Dabei steht immer die Improvisation und die Interaktion mit anderen Musikern, aber auch dem akustischen Umfeld im Focus seines Interesses. P. bezieht neben vielfältigen Spieltechniken aus Jazz (u.a. Tonmaterial, Clusterchords) und Blues (Bendings, Slides), die er ohne Genregrenzen vermischt auch die Bandbreite der elektrischen Verstärkung subtil ins Spiel ein. Als rastloser Geist zog er sich wiederholt aus der Szene zurück, nutzte diese Phasen jedoch stets zur musikalischen Weiterentwicklung. „Wer wenig plant, macht wenig Fehler, aber vieles möglich …“

Philippe Micol hat sich neben seiner Beschäftigung mit Experimenteller Musik und Frei Improvisierten Musik seit dem Abschluss seines klassischen Studiums stets auch mit neuen Tendenzen im Jazz befasst und Impulse von Musikern wie Thelonious Monk, Archie Shepp, Steve Lacy, Ornette Coleman aufgesogen, die er im Laufe der letzten Jahre in Projekten wie „Ohngefähr 5“ mit Tim Isfort und Thorsten Töpp, in seiner Zusammenarbeit mit Friedhelm Pottel im Duo Trojasprossen und im Troja-Quartett und auch solistisch umgesetzt hat. Geboren in Basel – Klarinettist, Saxophonist, Interpret, Komponist, Improvisator – lebte er lange in Bern (CH) und seit einigen Jahren nun in Duisburg. 1982 initiierte er die Werkstatt für Improvisierte Musik in Bern. Zusammenarbeit mit namhaften Vertretern des Genres, internationale Konzerttätigkeit, Rundfunkproduktionen, interdisziplinäre Arbeiten u.a. mit Performance-Künstlerinnen. In vielen Projekten anderer Musiker und Künstler beteiligt. Aufenthalte in Berlin und New York City. Elektronische Musik. Aktuell mit Claus van Bebber, Martin Theurer, Urs Peter Schneider und dem Troja-Quartett unterwegs. Setzt sich in Duisburg als Veranstalter für die Improvisierte Musik ein. Verschiedene Tonträger bei Unit Records Switzerland und NurNichtNur, Kleve, und im Eigenverlag. „… Philippe Micol ist ein Tüftler, ein Forscher, ein Suchender; keiner, der definitive Meinungen hinstellt, keiner, dem der Klang so und derart absolut wäre. Micol ist eher ein Jongleur, ein Mobilekünstler.“ Jazzthetik

AusklangFreitag 20.03. 18.00 – 22.00 Uhr

19:30 Uhr Blockflöten Orchester 1.

Das Blockflötenorchester unter der Leitung von Ulrike Pfeiffer-Stachelhaus bietet ein buntes Programm für alle Altersgruppen.

Etwa 20 junge Musiker und Musikerinnen zwischen 12 und 22 Jahren, spielen von der Sopranblockflöte über die Alt-, Tenor-, Bassblockflöte, bis hin zum Subbass. Im Zentrum des ersten Teils steht die Barockmusik, dargeboten in kleinen und großen Ensembles. Unter anderem wird der berühmte Kanon von Johann Pachelbel zu hören sein. Die 4 Jahreszeiten von Antonio Vivaldi , als Bearbeitung für Blockflöten, werden wir zum Frühlingsanfang zu Gehör bringen. Im zweiten Teil gibt es Unterhaltendes, wie Phantom der Oper oder All I have to do is dream und vieles mehr. Jedes Konzert ist für uns eine neue Herausforderung, bei der wir über uns hinauswachsen. Besonders wichtig ist es uns , dem Publikum die Musik mühelos, farbenfroh und vor allem mit großer Spielfreude nahe zu bringen.

Das Orchester ist eine Fusion der Waldorfschule Mülheim und der Musikschule TONART in Essen.

Viele Mitwirkende halten dem Orchester seit vielen Jahren die Treue und machen das Orchester zu einem lebendigen Organismus. Die Älteren leiten und unterstützen die Jüngeren, doch lernen wir alle voneinander. Jedes Orchestermitglied ist in seiner eigenen Persönlichkeit und Leistung für uns eine große Bereicherung.

20:30 Uhr STERNENHEIMAT – stille performance
eurythmie / poesie : vera koppehel,
sprache / worte: sibylle stiller
cosmic sounds : philippe micol

21:00 Uhr Blockflöten Orchester 2.

Nachklang:  Samstag 21.03. 10.00 – 12.15 Uhr

FERNWEH NACH HEIMAT, Intensivseminar mit Vera Koppehel
gegen innere Einsamkeiten und all’tägliche Überforderungen
Kursort: unter der Glasfensterrosette der wunderschönen Niederländischen Kirche
in Duisburg Ruhrort: Dr. Hammacher-Straße 6. Intensivseminar mit Vera Koppehel
aus der Reihe: HEILE DEINE WUNDE Anmeldung + Seminarinformation:  www.arte-vera.com